Beim Selbsthilfetraining (ADL - Aktivitäten des täglichen Lebens) werden die täglich wiederkehrenden, lebensnotwendigen Verrichtungen, wie An- und Ausziehen, Essen und Trinken, Körperpflege, Toilettengang eingeübt und eine selbständige Verrichtung angestrebt.
Die Selbständigkeit und die selbständige Verrichtung der Aktivitäten des täglichen Lebens ist für das Selbstbewußtsein äußerst wichtig. In der Therapie müssen der Entwicklungsprozeß sowie die Wahrnehmung berücksichtigt werden. So können einige Menschen nach Schlaganfall die Handlungsabfolge einer Tätigkeit nicht überblicken bzw. planen, oder sie können aufgrund einer körperlichen Behinderung bestimmte Bewegungen nicht ausführen. Hier setzt dann die Therapie mit entsprechenden Übungen an.
Auch die Hilfsmittelversorgung und -anpassung (Schreibhilfen, Eß- und Sitzhilfen, Fortbewegungsmittel u. a.) und das entsprechende Training gehören zum Selbsthilfetraining. Hilfsmittel dienen somit zum Ausgleich oder zur Vorbeugung einer Behinderung bzw. zur Sicherung einer Heilbehandlung. Ihr Gebrauch kann vorübergehend oder ständig notwendig sein. Wenn ein Kind bei all diesen Tätigkeiten die eigenen Fähigkeiten sowie Unabhängigkeit erfährt, kann es darüber auch Selbstvertrauen entwickeln sowie die Motivation zum weiteren Experimentieren und Lernen.